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Debeka Krankenversicherung – Wie gut ist sie wirklich?

Veröffentlicht am 29. Mai 2020 um 00:36 Uhr · Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Debeka Krankenversicherung – je größer desto besser? 

Mehr als 7 Millionen Kunden vertrauen auf die Leistungen der Debeka Krankenversicherung. Mehr als 2,3 Millionen davon besitzen eine private Krankenvollversicherung (PKV). Damit gehört die Debeka zu den beliebtesten privaten Krankenversicherungen des Landes. Doch sagen Größe und wirtschaftliche Stärke eines Versicherers auch etwas über die Qualität der Leistungen aus? Ich sage ganz klar: Nein. Gerade im Fall der Beihilfeergänzungstarife für Beamte ist es nötig, die vermeintlichen Leuchttürme unter den Versicherungen genauer zu beleuchten – und sich nicht von überragenden Testergebnissen blenden zu lassen.

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1. Alle sind bei der Debeka – So schlecht kann die nicht sein!

Eine simple Erklärung vorweg: Die Marktführerschaft hat auch immer einen „Herdentrieb“ zur Folge: Viele Beamte oder Beamtenanwärter lassen sich direkt und ohne umfangreiche Beratung bei der Debeka krankenversichern, weil „alle anderen“ auch schon da sind. Klar, größere Versicherungsunternehmen können Einzelrisiken mit hohen Behandlungskosten besser ausgleichen als kleine. Doch ist der Anteil der Versicherten insgesamt „kränker“ und die Schadensquote hoch, (da der Anbieter nahezu alles und jeden versichert), relativiert sich dieser Vorteil. Und die Schadenquote der Debeka liegt seit Jahren deutlich über dem Marktdurchschnitt. Die Größe eines privaten Krankenversicherers ist also kein Maßstab für gute Konditionen oder die beste PKV. Dazu mehr in Abschnitt 6.

2. Debeka ist Testsieger, doch der Teufel steckt im Detail 

Blättert man regelmäßig durch namhafte Wirtschaftsmagazine fällt auf: Bei zahlreichen Tests privater Krankenversicherungen schneiden die Leistungen der Debeka seit Jahren besonders gut ab. Die Debeka Krankenversicherung überzeugt vor allem mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Da sind sich Verbraucherportale und Ratingagenturen anscheinend einig. Doch von welchen Leistungen sprechen wir hier? Gilt das auch für die Beihilfe-Tarife für Beamte? Und wer bewertet in diesen Tests eigentlich die Antworten? In Sachen Transparenz und Verständlichkeit gibt es eindeutig Nachholbedarf.

3. Wonach werden private Krankenversicherungen (wie die Debeka) bewertet? 

Und hier liegt die Krux: In die Testergebnisse – und davon profitiert die Debeka Krankenversicherung enorm – fließen Faktoren wie Unternehmenserfolg und Wachstum sowie Attraktivität am Markt ein. Doch was hat der Versicherte davon? Genau: Erst mal nichts. Das positive Image des Testsiegers, der Erfolg und die Marktführerschaft, geben Ihnen das Gefühl, dass Sie mit der Debeka einen „starken Versicherungspartner“ an Ihrer Seite haben. 

Viele Kunden versprechen sich von der Debeka Krankenversicherung Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Anbietern. Dieser mag sich durchaus positiv auf niedrige Beiträge und auf die Beitragsstabilität auswirken. Klar, je mehr Kunden, desto mehr Spielraum hat die Debeka nach „unten“ oder sie kann trotz steigender Kosten im Gesundheitswesen auch mal von Beitragserhöhungen absehen. Aber wem hilft eine private Krankenversicherung für kleines Budget, wenn Krankheitskosten nicht erstattet werden und man hinterher draufzahlen muss? Das ist leider in vielen Punkten der PKV- und Beihilfeergänzungstarife der Debeka der Fall.

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4. Wer bewertet die Testergebnisse der Debeka Krankenversicherung? 

Auch hier lohnt es sich, genauer hinzusehen: Ist ersichtlich, wer den Versicherungstest in Auftrag gegeben hat? Welches Unternehmen, welche Agentur oder welche Fachjournalisten die Antworten oder Leistungen und Preise bewerten und auswerten? Sie können sich vorstellen, dass ein Redakteur eines Wirtschaftsmagazins die geschäftlichen Bilanzen eines privaten Krankenversicherers höher bewertet als z.B. die Kundenberatung oder die faire Leistungsabwicklung. Ein Verbraucherportal würde hier sicherlich anders gewichten. Jeder bewertet diese Punkte nach eigenem Ermessen. Und nach seinem Interesse. 

5. Die guten Konditionen der Debeka – nicht immer gut genug 

Auffallend (und erst mal positiv) erscheint, dass die Debeka Krankenversicherung in vielen Tests auch bei den Konditionen sehr gute Ergebnisse erzielt. Das kann unter anderem daran liegen, dass der private Versicherer eine „großzügige“ Annahmepolitik verfolgt und z.B. Personen mit chronischen Vorerkrankungen annimmt, zum Teil sogar ohne Risikozuschlag. Lasche Gesundheitsprüfungen und niedrige Beiträge – Was will man mehr?

Viel hilft nicht viel 

Doch viele Leistungsbeschreibungen sind irreführend und enthalten Fallstricke, die Sie im Krankheitsfall teuer zu stehen kommen können. Die Devise der Debeka Krankenversicherung: Von allem ein bisschen. Geht es allerdings um die wichtigen Details, das Kleingedruckte, bleiben bei der Debeka bedeutende Leistungen der privaten Krankenversicherung für Beamte auf der Strecke (siehe unten).

6. Private Krankenversicherung für Beamte – Debeka überzeugt (uns) nicht 

Die Debeka bietet auf den ersten Blick ein umfangreiches Leistungsspektrum. Doch gerade im Bereich der PKV und der Beihilfeversicherungen für Beamte, Beamtenanwärter und Referendare weist sie erhebliche Lücken im Leistungsumfang auf. Schon ein rascher Blick in die Bedingungen zeigt, mit welchen gravierenden Nachteilen Sie rechnen müssen, wenn Ihre Beihilfe nicht zahlt:

Beispiel-Katalog: Das leistet die Debeka Krankenversicherung NICHT:

  • Hilfsmittel werden nur bis zur beihilfefähigen Höhe erstattet. Andere Gesellschaften übernehmen genau den Anteil der Erstattung, den die Beihilfe nicht trägt.
  • Sehhilfen werden ausschließlich bis zu einem Gesamtbetrag von 1000€ übernommen. Andere Versicherungen zahlen regelmäßig (alle 2-3 Jahre) bis zu 600€.
  • Der Ergänzungstarif BC übernimmt die nicht beihilfefähigen Leistungen für Material- und Laborkosten bis maximal 6.150€ im Jahr. Bei anderen Gesellschaften erlischt die Zahnstaffelung ab dem 4. Jahr und es gibt keine Begrenzung.
  • Kuren werden nur minimal übernommen - in den Haupttarifen B20K, B30 und B50 werden ambulante Kuren bis maximal 25€ und aus dem Ergänzungstarif BC sogar nur 11€ übernommen – Insgesamt also 36€ am Tag – Stationäre Kuren werden bis 25€ aus den Haupttarifen und 22€ aus dem Ergänzungstarif BC übernommen – auch hier also nur maximal bis zu 47€ am Tag. Andere Gesellschaften übernehmen einen deutlich größeren Anteil.
  • Als eine der wenigen Gesellschaften, händigt die Debeka keine Versichertenkarte aus.
  • Jede Inanspruchnahme von Leistungen, wie Vorsorgeuntersuchungen, Zahnprophylaxe oder Schutzimpfungen, schädigt die Beitragsrückerstattung (BRE). Andere Versicherungen klammern Vorsorgeuntersuchungen in Bezug auf die Beitragsrückerstattung komplett aus.
  • Es besteht kein Optionsrecht auf einen höherwertigen Schutz.

7. Passt die Debeka Krankenversicherung zu meinen Bedürfnissen? 

Ob die Tarife der Debeka zu Ihrer persönlichen Situation und Ihren Anforderungen an eine gute private Krankenversicherung passt, können Sie als „Laie“ kaum beurteilen. Besonders für Beihilfeberechtigte ist die Erstattung von Krankheitskosten schwer zu erfassen, da sich diese aus drei Komponenten ergibt: Dem Grundtarif der PKV, der für Sie geltenden Beihilfeverordnung und dem Beihilfeergänzungstarif der PKV. Nach unseren Erfahrungen gibt es jedoch deutlich leistungsstärkere Versicherer, die sich preislich auf ähnlichem Niveau befinden.

Fazit: Nicht auf Testsieger verlassen!

Wie ich mit diesem Beitrag hoffentlich verdeutlichen konnte, wäre es grob fahrlässig, sich bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung auf vermeintliche Testsieger wie die Debeka zu verlassen. In den seltensten Fällen können Sie über die Testergebnisse Rückschlüsse auf die Beihilfe-Tarife und Konditionen ziehen. Ein kleiner Fragenkatalog zur Orientierung:

  • Wer wurde befragt? (alle Kunden, privat Versicherte, Beamte etc.) 
  • Lassen sich die Versicherten-Gruppen clustern? 
  • Beziehen Sich die Antworten auf PKV-Tarife (oder auf alle Versicherungstypen)? 
  • Beziehen Sich die Antworten auf Tarife privater Krankenversicherungen für Beamte? 
  • Welche Faktoren fließen außerdem in das Gesamtergebnis mit ein? 
  • Wer bewertet die Antworten und Test-Ergebnisse? (Fachjournalisten, Unternehmen, Agenturen o.ä.)
  • Sind die Ergebnisse relevant für Beihilfe-Tarife und -Leistungen?

Vermutlich kann ich Ihnen die Antworten vorwegnehmen und behaupte: Die Testergebnisse – ob nun von der Debeka oder anderen Versicherungsanbietern – geben Ihnen keinerlei Auskunft darüber, ob diese private Krankenversicherung die richtige für Sie ist. Bevor Sie eine finale und so lebenswichtige Entscheidung treffen, lassen Sie sich von einem Fachmann zum Thema PKV beraten. Ich helfe Ihnen gerne dabei, den besten Anbieter für Sie zu finden. Fordern Sie einfach einen Vergleich privater Krankenversicherungen an:

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Möchten Sie sich dennoch als Beamter bei der Debeka versichern oder sind es sogar schon? Auch dann kann ein Vergleich der Tarife bzw. ein Wechsel noch helfen, im Krankheitsfall eine horrende Zuzahlung oder sogar eine Leistungsverweigerung zu vermeiden.

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