Mit Vorerkrankung in die PKV: So funktioniert die Öffnungsaktion für Beamte
Die Öffnungsaktion ermöglicht es Beamten trotz Vorerkrankung eine Private Krankenversicherung abzuschließen. Für wen die Öffnungsaktion der PKV am meisten Sinn macht, welche Gesellschaften 2026 daran teilnehmen und welche Nachteile sie mit sich bringen kann.
PKV-Experte und unabhängiger Versicherungsmakler
Stand: 07. April 2026
- Darum gibt es die Öffnungsaktion in der PKV
- Was ist die Öffnungsaktion bzw. Öffnungsklausel?
- Öffnungsaktion: Fristen und Voraussetzungen
- Praxisbeispiel: Darum macht eine Begleitung bei der Öffnungsaktion Sinn
- Mit welchen Erkrankungen lohnt sich die Öffnungsaktion?
- Wer die Öffnungsaktion der PKV vermeiden sollte
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Die Öffnungsklausel garantiert allen Beamten in den ersten sechs Monaten einen erleichterten Zugang zu einer privaten Krankenversicherung.
- Nicht mit jeder Vorerkrankung macht die Teilnahme an der Öffnungsaktion Sinn. Einige Erkrankungen lassen sich auf regulärem Weg besser versichern.
- Wer von der Öffnungsaktion Gebrauch macht, muss mit Nachteilen in der PKV rechnen und sorgfältig vergleichen.
Hintergrund: Darum gibt es die Öffnungsaktion für Beamte
Die Private Krankenversicherung (PKV) ist für die große Mehrheit der Beamten die erste Wahl. In Kombination mit der Beihilfe des Dienstherren ist ein Beamtentarif der PKV in der Regel günstiger, da sich dieser individuell anpassen lässt, sollte sich der Beihilfesatz (z.B. aufgrund von Heirat, Nachwuchs, Ruhestand) ändern. Die PKV bietet nicht nur weitaus bessere Gesundheitsleistungen als die Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sie garantiert diese ein Leben lang. Deswegen sind nach wie vor über 90 Prozent der Beamten in Deutschland privat versichert.
Damit die Privaten Krankenkassen ihre Risiken abwägen und Kosten kalkulieren können, müssen die Antragsteller zuvor detaillierte Gesundheitsfragen beantworten. Fällt das Krankheitsrisiko unverhältnismäßig hoch aus, haben die Versicherungsgesellschaften das Recht, die Aufnahme zu verweigern. Diese Gesundheitsprüfung hat zur Folge, dass Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderung abgelehnt werden oder monatlich einen hohen Risikozuschlag draufzahlen müssen. Hier soll die Öffnungsaktion Abhilfe schaffen.
Was ist die Öffnungsaktion der Privaten Krankenversicherung?
Die Öffnungsaktion bzw. Öffnungsklausel der PKV soll allen Beamten zu Beginn ihrer Laufbahn die Aufnahme in die Private Krankenversicherung garantieren. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen und körperlichen Beeinträchtigungen ermöglicht die Öffnungsklausel einen leichteren Zugang zur PKV. Sie stellt sicher, dass niemand aufgrund seines Gesundheitszustandes abgelehnt wird. Außerdem werden im Rahmen der Öffnungsaktion Risikozuschläge auf maximal 30 Prozent tariflichen Kostenbeitrags begrenzt.
Berechtigte Personen für die Teilnahme an der Öffnungsaktion:
- seit 2019 auch Beamte auf Widerruf (z.B. Beamtenanwärter und Referendare)
- Beamte auf Probe, wenn sie in der Ausbildungszeit als Beamter auf Widerruf gesetzlich versichert waren
- Beamte auf Zeit, wenn kein Beamtenverhältnis auf Probe vorausgegangen ist
- Beamte auf Lebenszeit, wenn kein Beamtenverhältnis auf Probe vorausgegangen ist)
- Kirchenbeamte mit Anspruch auf Beihilfe
- Richter mit Beihilfeanspruch
- Soldaten, Beamte des Bundesgrenzschutzes, der Polizei und der Feuerwehr
- beihilfeberechtigte Dienstordnungsangestellte der Sozialversicherungsträger und Berufsgenossenschaften
- beihilfeberechtigte Berufsanfänger von Sparkassen, Landesbanken oder anderen öffentlich-rechtlichen Banken
- einige Abgeordnete des europäischen Parlaments mit beihilfeähnlichem Anspruch
- engste Angehörige wie Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder, wenn die beihilfeberechtigte Person selbst in der PKV versichert ist oder über eine Anwartschaft verfügt
Fristen und Voraussetzungen für die Aufnahme über die Öffnungsaktion
Die Öffnungsklausel kann nur innerhalb der ersten sechs Monate nach der erstmaligen Verbeamtung in Anspruch genommen werden. Entscheidend ist das Datum, an dem das Beamtenverhältnis begonnen hat und der Tag der Antragstellung bei einer teilnehmenden Versicherung (nicht der Versicherungsbeginn). Für Beamte auf Probe gilt die Frist von sechs Monaten erneut, wenn sie zuvor als Beamte auf Widerruf in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren. Ausschlaggebend ist, dass der Antragsteller nicht bereits im Besitz einer privaten Krankheitskostenvollversicherung war oder ist. Auch berechtigte Familienmitglieder müssen den Antrag innerhalb der sechsmonatigen Frist nach der erstmaligen Berücksichtigungsfähigkeit bei der Beihilfe stellen.
Praxisbeispiel: Darum sollte man sich bei der Öffnungsaktion von einem unabhängigen Versicherungsprofi begleiten lassen
Eine unserer Kundinnen wollte über die Öffnungsaktion für Beamte in die private Krankenversicherung bei der Signal Iduna aufgenommen werden. Der Antrag wurde von der Versicherungsgesellschaft zunächst abgelehnt – mit der Begründung, dass der Versicherungsbeginn außerhalb der Sechs-Monats-Frist nach Erstverbeamtung liege.
Das war schlicht falsch: Entscheidend ist allein, dass der Antrag innerhalb der sechs Monate gestellt wird. Der Versicherungsbeginn ist dabei völlig irrelevant. Wir haben bei der Signal Iduna interveniert, und der Antrag wurde daraufhin anstandslos policiert.
Genau das zeigt, warum professionelle Begleitung bei Öffnungsaktionen so wichtig ist. Wenn ein Kunde so eine Ablehnung ohne fachliche Unterstützung erhält, nimmt er die Begründung oft einfach hin. Und da Berater bei Öffnungsaktionen in der Regel keine Provision erhalten, fehlt vielen der Anreiz, sich wirklich dahinterzuklemmen. Aus diesem Grund bieten wir die Begleitung von Öffnungsaktionen gegen Honorar an – damit genau solche Fälle nicht zu Lasten des Kunden gehen.
Mit welchen Vorerkrankungen lohnt sich die Öffnungsaktion der PKV?
- AIDS/HIV
- Alkoholabhängigkeit
- Angina Pectoris
- Bauchspeicheldrüsenerkrankung (chronisch)
- Bluterkrankheit
- Bulimie
- COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung)
- Demenz
- Depressionen
- Diabetes mellitus
- Down-Syndrom
- Erschöpfungssyndrom
- Fettleber
- Herzfehler (angeboren)
- Herzinfarkt
- Herzklappenfehler
- Hepatitis Typ B, C, D, E
- Herzrhythmusstörung
- Krebserkrankung (Karzinom)
- Koronare Herzkrankheit
- Leukämie (Blutkrebs)
- Magersucht (Anorexie)
- Morbus Crohn (chronische Darmerkrankung)
- Multiple Sklerose
- Osteoporose
- Rheuma
- Schlafapnoe-Syndrom
- Schlaganfall
- Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwür)
- Wasserkopf
- Zystenleber
- Zystenniere
Wann man die Öffnungsaktion besser vermeiden sollte
Mit Volkskrankheiten besser auf normalem Weg in die PKV
- Asthma
- Bluthochdruck
- Heuschnupfen
- Migräne mit oder ohne Aura
- Rückenbeschwerden wie z.B. HWS, BWS oder LWS-Syndrom, aber auch Bandscheibenvorfall
- Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto)
Wichtig:
Um eine Ablehnung im Alleingang zu vermeiden und damit die Aufnahme bei anderen Versicherern zu riskieren, lass dich vorher unbedingt unabhängig beraten. Wie oben erwähnt, sind nicht alle Gesellschaften gleichermaßen kulant in ihrer Annahmepolitik.
Nachteile der Öffnungsaktion
Versicherungsgesellschaften mit Öffnungsklausel
- Allianz Private Krankenversicherungs-AG
- BBKK Bayerische Beamtenkrankenkasse Aktiengesellschaft
- Central Krankenversicherung AG
- DBV Deutsche Beamtenversicherung
- Debeka Krankenversicherungsverein a. G.
- DKV Deutsche Krankenversicherung AG
- Generali Deutschland Krankenversicherung AG
- Hallesche Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
- HUK-Coburg Krankenversicherung AG
- Inter Krankenversicherung AG
- Münchener Verein Krankenversicherung a. G.
- ottonova Krankenversicherung AG
- SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G.
- SDK Süddeutsche Krankenversicherung a. G.
- UKV Union Krankenversicherung AG
- Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG
Einige Gesellschaften haben sich 2026 von der Öffnungsklausel verabschiedet, beispielsweise bieten die Barmenia und die LKH Landeskrankenhilfe V.V.a.G. keine Öffnungsaktion mehr an.
Welche PKV mit Öffnungsklausel ist die beste?
Das sagen Kunden über unsere Beratung