ARAG Krankenversicherung: Beitragserhöhung 2026
Zum 01.01.2026 ist bei der ARAG Krankenversicherung mit Beitragsanpassungen in diversen PKV-Tarifen zu rechnen. Während Tarife der Krankenvollversicherung für Angestellte und Selbstständige zwischen 2 und 5% erhöht werden, müssen Beamte und Beamtenanwärter mit Erhöhungen von 7 bis zu 11% rechnen. Was dahintersteckt, wie du Beiträge senken kannst und wann sich ein PKV-Wechsel lohnt – wir informieren.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Die ARAG passt zum 01.01.2026 viele PKV-Tarife an (Voll- und Zusatzversicherungen, Beihilfetarife, Ergänzungstarif, Anwärtertarife). Die meisten werden erhöht, vereinzelt werden auch Tarife gesenkt.
- Beamte und Beamtenanwärter sind stärker betroffen als Angestellte und Selbstständige.
- Regelmäßige PKV-Anpassungen sind gesetzlich geregelt und werden treuhänderisch geprüft – es handelt sich also nicht um Willkür.
- Die Erhöhung der ARAG ist ein Anlass zur Tarif- und Leistungsprüfung. Ein interner Tarifwechsel nach § 204 VVG, eine gezielte Anpassung der Leistungen oder ein Anbieterwechsel sind Optionen, Beitragskosten zu optimieren.
Beitragserhöhung ARAG 2026: Was ist bekannt?
- Die Informationsschreiben über die Beitragsanpassungen gehen erfahrungsgemäß im Herbst an die Versicherten raus (oft Oktober/November). Ab Zugang läuft die Sonderkündigungsfrist.
- Nicht jeder Tarif wird gleichermaßen angepasst: Je nach Tarifgeneration und Baustein können Einzelsegmente (z. B. Zahn-/Wahlleistungen, Ergänzungstarife) erhöht werden, während andere stabil bleiben können.
- Die konkreten Prozentsätze können je nach Eintrittsalter und Stufe der Selbstbeteiligung niedriger oder höher ausfallen.
- Die Erhöhungen in den Beamten- und Anwärtertarifen (Beihilfe-Tarife) fallen stärker aus als die Vollkostenversicherungen für Selbstständige und Angestellte.
Nachfolgend eine detaillierte Übersicht über die wesentlichen Anpassungen in den einzelnen Tarifen und Tarifbausteinen der ARAG Krankenversicherung:
Beitragsanpassungen in Beihilfe-Tarifen (Restkostentarife)
| Bereich | Tarif | Veränderung ab 01.01.2026 |
|---|---|---|
| Ambulante Beihilfe | 2110, 211-217 | Erhöhung in allen Altersstufen |
| Modulare stationäre Beihilfe | 2210, 221-227, 2310, 231-237, 2410, 241-247 | Erhöhung in allen Altersstufen |
| Zahnbaustein | 5210, 521-527, 5410, 541-547 | beitragsstabil in allen Altersstufen |
| Baustein | 25 | Erhöhung in allen Altersstufen |
| Beihilfergänzungstarif | 27 | beitragsstabil in allen Altersstufen |
| Grundtarif BHB | BHB | Erhöhung in allen Altersstufen |
| Ergänzungstarif | BHEB | Erhöhung in allen Altersstufen |
| Stationäre Wahlleistungen 2-Bettzimmer / Chefarzt | BHK | Bei Erwachsenen teilweise Erhöhung oder Senkung, beitragsstabil für Kinder und Jugendliche |
| 1-Bettzimmer-Baustein | BH1 | Beitragserhöhung bei Erwachsenen, beitragsstabil bei Kindern und Jugendlichen |
| Beamtenanwärtertarif | BAB, BAEB und BA1 | Beitragserhöhung |
| Beamtenanwärtertarif | BAK | Beitragssenkung |
Durchschnittliche Erhöhungen in Beamten- und Anwärtertarifen:
- Beamte: 7% – 9%
- Anwärter: 9% – 11%
- Kinder: 10% – 11%
- Jugendliche: 20% – 21%
Beitragsanpassungen in KV-Vollversicherung (ohne Beihilfe)
| Sparte | Tarif | Anpassung zum 01.01.2026 |
|---|---|---|
| Krankenvollversicherung | MedExtra | durchschnittliche Erhöhungen bei Erwachsenen zwischen 2 % bis 3 % |
| Krankenvollversicherung | MedExtra | beitragsstabil bei Kindern und Jugendlichen |
| Krankenvollversicherung | MedBest | durchschnittliche Erhöhungen bei Erwachsenen zwischen 2 % bis 5 % |
| Krankenvollversicherung | MedBest | beitragsstabil bei Kindern und Jugendlichen |
| Krankenvollversicherung | KomfortKlasse (Einsteigertarif) | beitragsstabil in allen Selbstbehaltstufen und Altersklassen |
| Bausteine (inklusive BEK) | 210, 200, 201, 203, 205, 207, 208, 209, 21P70-21P90 | Erhöhung in allen Altersstufen |
| Bausteine (inklusive BEK) | BEK63200-BEK63210 BEK67200-BEK67210 | Beitragssenkung |
| stationäre Bausteine | 220, 230 und 240 | Erhöhung bei Erwachsenen |
| stationäre Bausteine | 220, 230 und 240 | beitragsstabil bei Kindern und Jugendlichen |
| Zahnbausteine | 520, 528, 529, 540, 548 und 549 | beitragsstabil in allen Altersstufen |
Hinweis zur Beitragsentlastungskomponente (BEK): Die Beitragsentlastungskomponente (BEK) kann aufgrund von Zinseffekten gerade in jungen Altern von Beitragssenkungen betroffen sein. Das bedeutet, dass sich die Anpassung bezogen auf den Gesamtvertrag entsprechend verändern kann – je nachdem, wie hoch der Anteil der BEK am Gesamtbeitrag ist.
Beitragsanpassungen in KV Zusatzversicherungen und Pflegetarifen
Der Tarif Z90Bonus erhält für Erwachsene eine Beitragssenkung und bleibt für Kinder und Jugendliche beitragsstabil. Alle weiteren Zahnzusatztarife bleiben in allen Altersstufen beitragsstabil.
Die Tariflinie MedKlinik sowie der Tarif 261 bleiben für alle Altersstufen beitragsstabil. Der Tarif 262 bleibt für Kinder und Jugendliche beitragsstabil, erhält jedoch für Erwachsene Beitragssenkungen und Erhöhungen gleichermaßen.
Die Tarife 281, 282, 482, 483 sowie der V100 bleiben für alle Altersstufen beitragsstabil.
Die Tarife 181, 182 und 183 werden bei Erwachsenen erhöht und bleiben für Kinder und Jugendliche beitragsstabil. Die Tarife 184 und 185 bleiben in allen Altersstufen beitragsstabil.
Die beiden Tarife bleiben für Kinder und Jugendliche beitragsstabil.
Die Tarife 68 und PIN2 bleiben für Erwachsene beitragsstabil, Kinder und Jugendliche erhalten eine Erhöhung. Der Tarife PF wird in allen Altersstufen erhöht. Die Pflegezusatztarife (69, PIN1, PIN3 und PIN5) bleiben in allen Altersstufen beitragsstabil. Der Tarif PIN4 erhält für Erwachsene Beitragssenkungen sowie Erhöhungen und bleibt für Kinder und Jugendliche beitragsstabil.
Die Tarife 31, 32, 34, 36, KTV21 und KTV28 erhalten eine Beitragserhöhung. Tarife 37, 38, 39, 35, KTplus sowie KTV42-KTV364 bleiben beitragsstabil.
Der Tarif 11 bleibt in allen Altersstufen beitragsstabil.
Alle Tarife bleiben in allen Altersstufen beitragsstabil.
Wann und wie die ARAG Beiträge überprüft
Wie alle privaten Krankenversicherer prüft auch die ARAG jährlich jeden einzelnen Tarif. Sobald die tatsächlichen Leistungsausgaben um mindestens 5 % von der Kalkulation abweichen, kann eine Anpassung vorgenommen werden. Liegt die Abweichung über 10 %, ist die Versicherung gesetzlich verpflichtet, die Beiträge anzupassen.
Diese Überprüfung erfolgt durch unabhängige Versicherungsmathematiker und wird zusätzlich durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht. Beitragserhöhungen sind also keine freie Entscheidung, sondern ein notwendiger Schritt, um die finanzielle Stabilität der Tarife langfristig zu sichern.
Warum erhöht die ARAG ihre PKV-Tarife 2026?
Kurz vorweg: Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung sind wie bei jeder anderen Versicherung ganz normal. Vergleicht man die mittlerweile jährlichen Preissteigerungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), kommen Privatversicherte weitaus günstiger davon.
Die wichtigsten Ursachen:
- Gestiegene Lebenserwartung
Versicherte nehmen über einen längeren Zeitraum Leistungen in Anspruch, was die Gesamtausgaben erhöht. - Medizinischer Fortschritt
Innovative Behandlungen, Diagnostik und Medikamente führen zu höheren Kosten im Gesundheitssystem. - Inflation
Gestiegene Preise für Personal, Miete, Ausstattung und Energie verteuern die medizinische Versorgung. - Zinsentwicklung
Geringe Kapitalerträge erschweren die Verzinsung der Altersrückstellungen. - Bestandsstruktur
Besonders ältere oder geschlossene Tarife der Signal Iduna können stärker betroffen sein, weil keine neuen, jüngeren Versicherungsnehmer hinzukommen.
In diesem Artikel erklären wir die Hintergründe zu Beitragsanpassungen ausführlicher: Warum 2026 die Beiträge erneut steigen: Gründe, Fristen & Handlungsempfehlungen
Diese Möglichkeiten haben Versicherte der ARAG jetzt
1. Nicht voreilig kündigen
Eine Kündigung sollte niemals überstürzt erfolgen, auch wenn man ein Recht auf Sonderkündigung hat.
Ein Wechsel bedeutet eine neue Gesundheitsprüfung, ein höheres Eintrittsalter und damit möglicherweise Risikozuschläge oder Ausschlüsse von bestimmten Leistungen. Zudem können bisher aufgebauten Altersrückstellungen anteilig verloren gehen.
Aus genannten Gründen lohnt sich ein Anbieterwechsel oft nur für junge und gesunde privat Versicherte.
Wichtig: Kündigst du, bevor du eine schriftliche Zusage einer neuen Gesellschaft vorliegen hast, riskierst du im Fall einer Ablehnung, dass auch die ARAG dich nicht zu den ursprünglichen Konditionen weiterversichern muss.
2. Beitrag senken – diese Möglichkeiten bestehen
- Selbstbeteiligung erhöhen:
Eine höhere Eigenleistung kann den Monatsbeitrag senken, sollte aber sorgfältig kalkuliert werden – besonders mit Blick auf das Alter. - Leistungsbausteine anpassen:
Komfort- oder Wahlleistungen können überprüft und ggf. angepasst werden.
Achtung: Abgewählte Leistungen lassen sich später nur mit Gesundheitsprüfung wieder einschließen. - Interner Tarifwechsel nach § 204 VVG:
Innerhalb der ARAG kann ein Wechsel in gleichwertige Tarife oft ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgen. Dadurch lassen sich häufig Einsparungen erzielen, ohne den Versicherungsschutz grundsätzlich zu verändern.
Beitragsstabilität und Kulanz der ARAG
Die ARAG gehört prinzipiell zu den Versicherern, die verlässlich und solide kalkulieren. Allerdings berichten uns Kunden der ARAG häufiger von Problemen bei der Einreichung von Rechnungen. Beispielsweise werden von der Gesellschaft nicht selten Schweigepflichtentbindungen an Versicherte rausgeschickt, um bei der vorherigen Versicherung den Gesundheitszustand und die korrekte Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag abzufragen. Auch Selbstauskünfte über entsprechende Fragebogen werden regelmäßig eingefordert.
Was also das Einreichen von Rechnungen angeht, gibt es sicherlich Gesellschaften am Markt, die weitaus „kulanter“ bzw. unkomplizierter (bis zu bestimmten Budgetgrenzen) agieren.
Beitragserhöhung der ARAG PKV 2026 – was jetzt sinnvoll ist
Beitragserhöhungen sind ein fester Bestandteil der PKV. Die Ursachen – steigende Gesundheitskosten, Inflation und Zinsentwicklung – betreffen die gesamte Branche. Wer jetzt voreilig kündigt, kann beim neuen Anbieter womöglich schon im nächsten Jahr vor einer ähnlichen Situation stehen.
Trotzdem lohnt es sich, die Anpassung als Anlass zur Optimierung zu sehen und deine Möglichkeiten einmal zu erfassen.
Wir prüfen deine ARAG-Tarife individuell und unabhängig, analysieren mögliche Einsparpotenziale und zeigen auf, ob ein interner Tarifwechsel, eine Anpassung oder ein Anbieterwechsel sinnvoll ist.
FAQ ARAG Beitragserhöhung 2026
Nein. Beispielsweise bleiben einige Zusatzversicherungen oder Tarife für Kinder und Jugendliche beitragsstabil. Die Erhöhungen fallen je nach Tarifbaustein, Eintrittsalter und Leistungsumfang unterschiedlich aus.
Ein Widerspruch ist nicht möglich, aber es gilt ein Sonderkündigungsrecht innerhalb von zwei Monaten ab Erhalt des Informationsschreibens.
In vielen Fällen ja. Bei einem PKV-Tarifwechsel können Beiträge gesenkt werden (bei gleichwertigen Leistungen) ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Sofern es in der betroffenen Sparte weitere Tarifreihen gibt, hat jeder Privatversicherte das Recht innerhalb des Unternehmens in einen günstigeren Tarif zu wechseln – unabhängig von einer Beitragsanpassung.
Beitragserhöhungen in der PKV kommen zustande, wenn die Leistungsausgaben des Versicherung bestimmte Schwellenwerte überschreiten. Steigende Kosten im Gesundheitswesen und immer älter werdende Versicherte sind dafür die am häufigsten genannten Gründe.
Für vergleichsweise junge und gesunde Versicherte kann sich ein PKV-Wechsel auf lange Sicht lohnen. Man sollte jedoch genauestens Beitragsstabilität, Leistungsumfang und mögliche Mehrkosten durch die erneute Gesundheitsprüfung berechnen und Angebote vergleichen.
Ja, wenn die gesetzlichen Vorgaben nach § 203 VVG eingehalten wurden und die Begründungspflicht erfüllt wurde. Im Zweifel die Unterlagen von Experten prüfen lassen.