Große und kleine Anwartschaft für die Polizei: So sichern angehende Polizeibeamte ihre PKV clever ab

Als Polizeianwärterin oder Polizeianwärter stehst du am Anfang einer Laufbahn, die – je nach Beamtenstatus – unterschiedliche Formen der Gesundheitsversorgung bedeutet. Daher ist jetzt ist der beste und günstigste Zeitpunkt, um deine gesundheitliche Absicherung für die kommenden Jahrzehnte festzuzurren. Der Schlüssel dazu heißt in vielen Fällen Anwartschaftsversicherung. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was die große Anwartschaft und die kleine Anwartschaft für die Polizei unterscheidet, was sie kostet und welche Anbieter aktuell einen vereinfachten Zugang mit verkürzten Gesundheitsfragen bieten.

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Shahryar Honarbakhsh

Unabhängiger Versicherungsmakler für Beamte (§ 34d GewO). Spezialisiert auf Beihilfe und private Krankenversicherung für Beamte seit 2008. Mitglied im Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen e.V.
Stand: 17.07.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die Anwartschaft (kurz für Anwartschaftsversicherung) ist für Polizeibeamte die einzige Möglichkeit, sich gute Konditionen für eine PKV zu sichern, die mit dem Wegfall der Heilfürsorge nötig ist. 
  • Die kleine Anwartschaft bildet keine Alterungsrückstellungen und ist somit für kurze Heilfürsorge-Phasen geeignet. Die große Anwartschaft ist vorteilhaft, wenn der Heilfürsorgeanspruch bis zur Pension besteht. 
  • PKV-Gesellschaften wie die Barmenia bieten extra für Polizeianwärterinnen und -anwärter spezielle Kurzanträge mit vereinfachten Gesundheitsfragen. 
  • Trotzdem ist Vorsicht geboten: Wer auf eigene Faust den Antrag stellt, riskiert schon bei harmlosen zurückliegenden Diagnosen oder Erkrankungen Zuschläge. Besser eine anonyme Risikovoranfrage über einen spezialisierten Makler stellen lassen. 

Warum ist eine Anwartschaft für Polizeibeamte überhaupt wichtig?

Ob du als Polizistin oder Polizist freie Heilfürsorge oder Beihilfe erhältst, hängt vom Bundesland und deinem Dienstherrn ab. In den meisten Bundesländern bekommen Anwärterinnen und Anwärter während der Ausbildung freie Heilfürsorge – der Dienstherr übernimmt die Krankheitskosten vollständig, das Leistungsniveau entspricht in etwa der gesetzlichen Krankenversicherung. Ausnahmen mit Beihilfeanspruch schon in der Ausbildung sind z. B. Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Der Haken: Die Heilfürsorge ist immer zeitlich begrenzt und endet mit dem aktiven Dienst. Danach – oder je nach Bundesland schon nach der Ausbildung – wechseln Polzeibeamte in die Beihilfe und müssen den nicht gedeckten Kostenanteil (meist 30 bis 50 %) über eine private Krankenversicherung absichern. Wer bis dahin nicht vorsorgt, riskiert aufgrund von zwischenzeitlichen Erkrankungen Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder sogar eine Ablehnung. Und sind wir mal realistisch: Keiner von uns wird über die nächsten Jahrzehnte bis zum Eintritt in den Ruhestand beschwerdefrei bleiben.

Genau hier setzt die Anwartschaft an: Sie friert deinen heutigen, jungen und (meist) gesunden Zustand ein und sichert dir das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen privaten Beihilfetarif zu wechseln. Eine private Pflegepflichtversicherung ist dabei in jedem Fall verpflichtend.

Kleine Anwartschaft Polizei: den Gesundheitszustand sichern

Die kleine Anwartschaft konserviert deinen aktuellen Gesundheitszustand. Wenn du später in deinen privaten Tarif einsteigen oder ihn wieder aufleben lassen willst, findet keine erneute Gesundheitsprüfung statt. Neu aufgetretene Diagnosen führen also nicht zu Zuschlägen oder Ausschlüssen. Was sie nicht leistet: Es werden keine Altersrückstellungen gebildet, und für die spätere Beitragsberechnung gilt dein dann aktuelles Alter. Dafür ist sie günstig – üblich sind rund 5 bis 10 % des späteren PKV-Beitrags.

Für viele Anwärterinnen und Anwärter reicht die kleine Anwartschaft aus, wenn die Heilfürsorge-Phase absehbar kurz ist und der Übergang in die Beihilfe zeitnah bevorsteht.

Große Anwartschaft Polizei: zusätzlich das Eintrittsalter einfrieren

Die große Anwartschaft geht einen entscheidenden Schritt weiter: Neben dem Gesundheitszustand sichert sie zusätzlich dein Eintrittsalter und baut bereits während der Anwartschaftszeit Altersrückstellungen auf. Beim späteren Wechsel in die volle PKV wirst du so behandelt, als hättest du durchgehend Beiträge gezahlt. Der Beitrag im Alter fällt dadurch deutlich niedriger aus. Dafür ist die große Anwartschaft etwas teurer, üblich sind rund 25 bis 45 % des späteren PKV-Beitrags, weil eben auch der genannte Sparanteil enthalten ist.

Besonders lohnend ist die große Anwartschaft, wenn du bis zur Pension heilfürsorgeberechtigt bleibst – etwa bei der Bundespolizei sowie in Bundesländern mit durchgängiger Heilfürsorge. Denn Polizistinnen und Polizisten scheiden oft erst Mitte 50 oder später aus dem aktiven Dienst aus; je höher das Eintrittsalter bei Wechsel in die Beihilfe, desto teurer die PKV. Ein früh gesichertes Eintrittsalter spart hier über die Jahre erhebliche Beträge.

Kleine oder große Anwartschaft? Der direkte Vergleich

MerkmalKleine Anwartschaft PolizeiGroße Anwartschaft Polizei
Gesundheitszustand sichernJaJa
Eintrittsalter sichernNeinJa
Altersrückstellungenwerden nicht gebildetwerden aufgebaut
Beitrag (Richtwert)ca. 5–10 % des späteren PKV-Beitragsca. 25–45 % des späteren PKV-Beitrags
Typisch geeignet fürkurze Heilfürsorge-Phase, z. B. nur während der Ausbildunglange Heilfürsorge bis zur Pension (z. B. Bundespolizei, BW, Bayern u. a.)

Praxistipp: Ein bewährter Weg ist, während der Ausbildung mit einer kleinen Anwartschaft zu starten und diese nach der Anwärterzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine große Anwartschaft umzuwandeln.

Was kostet eine Anwartschaft für Polizeibeamte?

Die Kosten hängen vom gewählten PKV-Tarif, deinem Eintrittsalter und der Art der Anwartschaft ab. Als grobe Orientierung gelten am Markt:

  • Kleine Anwartschaft: etwa 5–10 % des regulären Tarifbeitrags – oft nur wenige Euro im Monat.
  • Große Anwartschaft: etwa 25–45 % des Tarifbeitrags, da zusätzlich Altersrückstellungen angespart werden.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Beiträge zur Anwartschaft zählen als Vorsorgeaufwendungen und sind steuerlich absetzbar. Liegen die Jahresbeiträge unter 100 Euro, können sie in der Regel vollständig wie Beiträge zur Basiskrankenversicherung geltend gemacht werden. Die konkrete Beitragshöhe für deinen Fall lässt sich nur individuell berechnen.

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Neu: Erleichterter Zugang zur Anwartschaft mit dem Barmenia-Kurzantrag

Ein aktuelles Angebot macht den Einstieg für angehende Polizei- und Berufsfeuerwehrbeamte besonders einfach: Die Barmenia bietet mit einem neuen Kurzantrag und einer vereinfachten bzw. verkürzten Gesundheitsprüfung einen schnellen und unkomplizierten Zugang zur Anwartschaft. Statt eines umfangreichen Fragenkatalogs genügt der Kurzantrag. Ein spürbar erleichterter Weg in die private Absicherung, den man aber trotzdem nicht leichtfertig stellen sollte. Dazu weiter unten mehr.

Das Wichtigste zum Barmenia-Kurzantrag auf einen Blick

  • Zielgruppe: Polizei- und Berufsfeuerwehranwärterinnen und -anwärter.
  • Vereinfachte Gesundheitsprüfung: deutlich weniger Aufwand als beim regulären Antrag.
  • Frist: Nutzbar bis zu 3 Monate nach bestandener Diensttauglichkeitsprüfung.
  • Voraussetzung: eine uneingeschränkte Diensttauglichkeit; die Bestätigung wird zusammen mit dem Antrag eingereicht.
  • Tarife: Große oder kleine Anwartschaft auf die Tarife der „Genau-Für-Sie“-Krankenversicherung – bei Heilfürsorge zusätzlich kombinierbar mit Ergänzungstarifen der „Mehr-Für-Sie“-Linie (z. B. Zahn, Komfort, stationäre Zusatzleistungen).
  • Pflegepflichtversicherung: ist in jedem Fall obligatorisch.

Fazit & nächster Schritt: Antrag über einen spezialisierten Makler stellen

Die Anwartschaft ist für heilfürsorgeberechtigte Polizistinnen und Polizisten das zentrale Planungsinstrument: Mit ihr sicherst du dir schon zu Beginn deiner Laufbahn deinen jungen, gesunden Zustand – und damit einen lückenlosen Übergang in die Beihilfe-PKV, langfristig stabile Beiträge und eine bezahlbare PKV im Ruhestand.

Mit einem Kurzantrag – wie aktuell bei der Barmenia möglich – war der Einstieg selten so einfach. Trotzdem gilt: Reiche den Antrag nicht auf eigene Faust ein, sondern über einen auf Beamte spezialisierten Versicherungsmakler. Das kostet keinen Cent extra, schützt dich aber vor möglichen Zusatzkosten.

Warum der Weg über den Makler wichtig ist

Auch bei einem Kurzantrag mit vereinfachten Gesundheitsfragen können vermeintlich harmlose Vorerkrankungen oder Diagnosen relevant sein. Ein spezialisierter Makler kann im Zweifel eine anonyme Risikovoranfrage stellen, also vorab klären, wie ein Versicherer deinen Gesundheitszustand bewertet, ohne dass dein Name fällt.

Der Grund: Stellst du direkt einen offiziellen Antrag und wirst abgelehnt oder mit Zuschlägen belegt, kann das deine Chancen auf einen Abschluss bei anderen Anbietern erheblich erschweren. Die anonyme Voranfrage schützt dich davor und findet im Zweifel auch einen anderen Versicherer, der deine Situation günstigster annimmt.

Lass dich frühzeitig, idealerweise schon vor oder zu Beginn deiner Anwärterzeit, individuell beraten und deine Anwartschaft passgenau berechnen. So startest du mit dem bestmöglichen Schutz und den günstigsten Konditionen in deine Laufbahn.

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Häufige Fragen (FAQ) zur Anwartschaft für Polizeibeamte

Wenn du freie Heilfürsorge erhältst, ja – nur so sicherst du dir den späteren Zugang zur privaten Krankenversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Besteht dagegen schon in der Ausbildung Beihilfeanspruch, ist statt der Anwartschaft meist direkt ein beihilfekonformer PKV-Ausbildungstarif sinnvoll. Eine private Pflegepflichtversicherung ist in beiden Fällen Pflicht.

Faustregel: Bei kurzer Heilfürsorge-Phase reicht oft die kleine Anwartschaft. Bleibst du bis zur Pension heilfürsorgeberechtigt, ist die große Anwartschaft meist die wirtschaftlichere Wahl, weil sie dein Eintrittsalter einfriert und Altersrückstellungen aufbaut. Entscheidend ist die Gesamtlaufzeit, nicht der Monatsbeitrag.

In der Regel ja, häufig ohne erneute Gesundheitsprüfung. Viele Anwärter starten deshalb mit der günstigen kleinen Variante und wechseln nach der Anwärterzeit in die große Anwartschaft.

Sobald die Heilfürsorge endet und dein Beihilfeanspruch beginnt, aktivierst du deinen PKV-Tarif – ohne neue Gesundheitsfragen, Risikozuschläge oder Ablehnungsrisiko. Der Dienstherr übernimmt dann je nach Bundesland und Familienstand meist 50–70 % der Kosten, den Rest deckt deine PKV.