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beamtenserviceAdmin
26 Oct. 2021
DBV Beitragserhöhung 2022 – Lohnt sich die PKV der Deutschen Beamtenversicherung noch?
Die DBV erhöht 2022 die Beiträge der Privaten Krankenversicherung für Beamte. Ist die PKV der Deutschen Beamtenversicherung jetzt noch eine kluge Wahl?
DBV Krankenversicherung: Passen Preis und Leistung der PKV jetzt noch zusammen?

Zum 01. Januar 2022 erhöht die DBV (Deutschen Beamtenversicherung) die Beiträge für die private Krankenversicherung in den Beamtentarifen. Die betroffenen Kunden werden voraussichtlich ab dem 11. November 2021 schriftlich informiert. Das ist erstmal ärgerlich, wenn man bedenkt, dass die letzte Beitragserhöhung gerade mal zwei Jahre zurückliegt. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Versicherter sich zum jetzigen Zeitpunkt fragen, ob das Preis-Leistungsverhältnis der Krankenversicherung noch angemessen ist. Doch lohnt sich ein Wechsel zu einer anderen PKV? Und wie schlagen sich die Leistungen der DBV im Vergleich zu den anderen Beamtenversicherern? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den aktuellen Beitragserhöhungen.

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Welche PKV Tarife der DBV werden zum 01. Januar 2022 erhöht?

Von der Beitragserhöhung sind alle Beihilfetarife für Beamte und Beamtenanwärter betroffen. Eine ausführlichere Unterscheidung der drei Tarife folgt weiter unten. Die größte Anpassung wird die Kunden mit den „Vision B Tarifen“ ereilen: Hier wird der Beitrag für die Private Krankenversicherung monatlich zwischen ca. 25 und 40 Euro (abhängig von Alter und Tarifbausteinen) angehoben. Versicherte in den Tarifen „BS“ und „BSG“ trifft die Beitragserhöhung nicht ganz so hart: Die monatlichen Prämien werden hier um einen Betrag zwischen ca. 8 und 15 Euro erhöht. Im Folgenden die durchschnittlichen Beitragsanpassung in den einzelnen Tarifgruppen:

Tarife für Beamtenanwärter (ohne Alterungsrückstellungen):

  • Vision B 15-50-UA wird durchschnittlich um ca. 6 Euro erhöht (Beispiel für einen 25-jährigen Beamten)

Tarife für Beamte auf Probe und Beamte auf Lebenszeit (mit Alterungsrückstellungen):

  • Vision B 15-50, 50T-U wird durchschnittlich um ca. 25 Euro im Monat (Beispiel für einen 27-jährigen Beamten) erhöht.
  • Vision B50-U wird durchschnittlich um ca. 40 Euro im Monat erhöht.
  • Vision B45 (Hessen) wird durchschnittlich um ca. 30 Euro im Monat erhöht.
  • BS wird zwischen 8 und 10 Euro im Monat erhöht.
  • BSG (mit Selbstbeteiligung) wird durchschnittlich um ca. 15 Euro im Monat erhöht.

Tarife für beihilfeberechtigte Kinder:

  • Vision B 20T-U wird zwischen 8 und 13 Euro im Monat erhöht.
Warum kommt es zu Beitragserhöhungen in der PKV?

Die Gründe für eine Beitragserhöhung sind immer dieselben und gelten für jede Versicherungsgesellschaft. Einfach gesagt: Die Beitragseinnahmen reichen nicht aus, um die Leistungsausgaben zu decken. Einflussfaktoren für diese Ausgaben sind steigende Kosten im Gesundheitswesen wie z.B. höhere Preise für ärztliche Leistungen, Medikamente, Krankenhausbehandlungen und andere Gesundheitsprodukte sowie die allgemeine Inflation. Hinzu kommt die durchschnittlich steigende Lebenserwartung der Versicherten, die mehr Gesundheitsleistungen im Alter in Anspruch nehmen.

Mindestens einmal im Jahr werden für jeden Tarif die kalkulierten mit den zukünftig erforderlichen Ausgaben der Versichertengruppe von einem unabhängigen Treuhänder geprüft. Tritt einer der oben genannten Fälle ein, müssen nach den gesetzlichen Vorgaben auch alle anderen Rechnungsgrundlagen (somit auch der Rechnungszins) auf den neuesten Stand gebracht werden. Daher können die Beiträge nicht jedes Jahr an das aktuelle Zinsniveau angepasst werden. Konnten die Beiträge in einem Tarif schon länger nicht mehr angepasst werden, ergeben sich deshalb oft höhere Beitragssteigerungen.

Wichtig: Beitragsanpassungen gehören zu einer privaten Krankenversicherung dazu: Sie sind im System inbegriffen. Das Leistungsversprechen und der Aufbau von Alterungsrückstellungen wären sonst über die vielen Jahre der Vertragsdauer nicht einzuhalten.

Ist die Beitragserhöhung der DBV gerechtfertigt?

Die Beiträge für die PKV werden je nach Eintrittsalter, Tarifkombination und Gesundheitszustand festgelegt. Man kann vermuten, dass die Tarife der DBV vor der Markteinführung nicht besonders gut bzw. vorausschauend kalkuliert wurden. Denn erst vor zwei Jahren wurden die Beiträge in der privaten Krankenversicherung um ca. 20,- Euro angehoben. In den Jahren zuvor gab es ebenfalls kleinere Anpassungen. Nun die erneute Erhöhung für das Jahr 2022. Hier kann man sich natürlich fragen: Ist das noch verhältnismäßig?

Wir sagen in diesem Fall: Ja. Auf der einen Seiten ergeben sich immer höhere Aufwendungen für bessere, aber auch teurere Diagnose- und Therapieverfahren durch den medizinischen Fortschritt. Auf der anderen Seite hatten wir bereits im Juli 2021 eine Inflation von fast 4 %. Wer hätte das vor noch vor zwei Jahren erahnen, geschweige denn kalkulieren können?!

Entscheidend ist aber: Im Vergleich zu anderen Anbietern fällt die Beitragsanpassung der DBV noch moderat aus. Einige Versicherungsgesellschaften erhöhen die Prämien jedes Jahr um kleine Beträge zwischen 3 und 4 Euro. Andere Versicherer heben ihren Beitrag über viele Jahre nicht an und schlagen dann mit einer einmaligen Erhöhung von bis zu 80 Euro zu – was die Versicherten besonders hart trifft.

Muss man in Zukunft mit weiteren Beitragsanpassungen rechnen?

Wie in jedem anderen Wirtschaftszweig muss man immer mit Beitragsanpassungen rechnen. Nichts anderes gilt für Krankenkassen – egal ob gesetzlich oder privat. Doch im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt mit einer Beitragserhöhung in der Privaten Krankenversicherung auch der Wert des versicherten Tarifes. Ein Großteil der Beitragsanpassungen fließt beispielsweise in die sogenannten Alterungsrückstellungen. Diese finanzieren den höheren Leistungsbedarf im fortgeschrittenen Alter. Deswegen kann man davon ausgehen, dass preiswertere PKV Tarife zukünftig eher angepasst werden müssen als die wertvolleren „Hochleistungstarife“. So sind auch die Tarife „BS“ und „BSG“ der DBV über die Jahre hinweg von geringeren Anpassungen betroffen gewesen. Hier liegt auf der Hand, dass durch höhere Prämien mehr Puffer vorhanden ist – die Alterungsrückstellungen waren von vornherein höher.

Kann man gegen die Beitragserhöhung der DBV Widerspruch einlegen?

Generell kannst du Beitragserhöhungen in der Privaten Krankenversicherung nicht widersprechen, da diese durch den Gesetzgeber und in der Vereinbarung der Allgemeinen Versicherungsbedingungen vertraglich geregelt werden. Bist du bei deiner PKV von der Beitragserhöhung 2022 betroffen, kannst du innerhalb von zwei Monaten – nachdem dich die Mitteilung erreicht hat ­­– von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Aber: Ein Wechsel der privaten Krankenversicherung sollte gut durchdacht und kalkuliert sein, denn er bringt nicht immer Vorteile mit sich. Im Gegenteil: Eine erneute Gesundheitsprüfung kann höhere Risikozuschläge nach sich ziehen. Deine angesparten Alterungsrückstellungen gehen ggf. sogar komplett verloren. Wir beraten dich in diesem Fall gerne und überprüfen, ob ein Wechsel deiner Versicherung überhaupt sinnvoll ist.

Wichtig: Kündige deine Private Krankenkasse auf keinen Fall, bevor du nicht die schriftliche Bestätigung für die Aufnahme in einer neuen PKV erhalten hast!

Wie unterscheiden sich die Beamtentarife der DBV?

Die Deutsche Beamtenversicherung unterscheidet zwischen drei Tarifen: „Vision B“, „BS“ und „BSG“. Alle drei Tarife sind mit Blick auf den Leistungsumfang recht hoch angesiedelt. Der Tarif „Vision B“ besticht durch eine günstigere Prämie. Dafür fallen die Altersrückstellungen und das Leistungsspektrum etwas geringer aus. Der Bausteintarif „BS“ ist dagegen viel leistungsorientierter und hat dadurch einige Vorzüge – z.B. die Abrechnung über den Höchstsätzen im ambulanten Bereich. Der Tarif „BSG“ enthält dieselben hochwertigen Leistungen wie „BS“, allerdings mit einer Selbstbeteiligung von 275 Euro im Jahr.

Ist der Tarif „Vision B“ jetzt noch eine gute Wahl?

Natürlich fragen sich nun auch einige Kunden, ob das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung bei dem „Vision B“ noch passt. Schließlich konnte dieser Tarif in der Vergangenheit vor allem durch sein niedriges Preisniveau überzeugen. Doch die tariflich zugesicherten Leistungen sind für eine Private Krankenversicherung durchweg solide und nicht mit Billiganbietern zu vergleichen. Ob der „Vision B“ nun noch als gut und günstig zu bewerten ist, hängt von vielen Faktoren – wie den gewählten Tarifbausteinen und dem eigenen Gesundheitszustand – ab. Für viele Versicherte ist der Vision B genau die richtige Lösung, wenn er den eigenen Bedürfnissen angepasst wurde.

Alle Tarifreihen der DBV können mit verschiedenen Wahlleistungen und Ergänzungstarifen individuell gestaltet werden. Einzelne Bausteine können hinzugefügt oder herausgenommen werden. Welcher Tarif zu dir sowie zu deinen beruflichen und privaten Rahmenbedingungen am besten passt, zeigen wir dir gerne in einem persönlichen Gespräch auf.

Wie ist das Niveau der DBV im Vergleich zu anderen Gesellschaften?

Die DBV gehört zum AXA Konzern ist neben der Debeka eine der beliebtesten Versicherungsgesellschaften bei Beamten und Beamtenanwärtern: Von jährlich ca. 120.000 Neueinstellungen im Öffentlichen Dienst entscheiden sich rund 20% für die DBV. Wie die Debeka hat sich die Deutsche Beamtenversicherung als eigene Marke auf die Versorgungssituation und den Versicherungsbedarf der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst spezialisiert.

Vergleicht man die Beamtentarife und Prämien der Mitbewerber ist die Beitragserhöhung 2022 der DBV aufgrund ihrer soliden Konditionen vertretbar. Die monatlichen Prämien passen zur Qualität der Versicherung: Der „Vision B“ trumpft im Vergleich zur Konkurrenz an den relevanten Stellen durch einen umfangreicheren Leistungskatalog – ergo – weniger Eigenanteile. Einige Gesellschaften sind für kleine Wehwehchen und harmlose Erkrankungen bestens aufgestellt. Sobald aber hohe Krankheitskosten z.B. durch eine Kur oder teure Hilfsmittel anfallen, zeigen sich die Lücken bei den Leistungen – dann zahlen Versicherte deutlich drauf. Hier liegt ein klarer Mehrwert bei der DBV.

Fazit: Wie bewerten wir als Experten die Beitragsanpassung der DBV?

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Versicherungsgesellschaften können wir die Prämien der DBV mit Blick auf das Leistungsniveau auch nach der Beitragserhöhung als angemessen beurteilen. Die DBV muss (wie alle anderen Versicherer) ihre Beiträge entsprechend den steigenden Ausgaben für Leistungen erhöhen. Betrachtet man die Beitragsentwicklung im Durchschnitt über die Jahre hinweg, fällt der Beitragsanstieg moderat aus. Insgesamt können die Tarife der Deutsche Beamtenversicherung und im Vergleich zu anderen Gesellschaften als stabil bezeichnet werden. Auch bei dem „Vision B“-Tarif passt das Preis-Leistungsverhältnis. Um dir eine genaue Einschätzung oder Empfehlung zu geben, sollten wir uns deine Situation und deinen Versicherungsumfang einmal genauer anschauen. Elementar ist hier, welche Tarifbausteine du abgesichert hast.

Sollte ich jetzt die PKV wechseln?

Die Frage können wir pauschal nicht beantworten. Ob sich ein Wechsel der Privaten Krankenversicherung lohnt, muss in jedem Fall individuell bewertet werden: Es kommt auf deinen Gesundheitszustand an und darauf, wie lange du bereits in deiner PKV versichert bist, z.B. aufgrund der Portabilität der Alterungsrückstellungen. Nicht zuletzt spielen deine persönlichen Bedürfnisse und Erwartungen an deinen Versicherungsschutz eine entscheidende Rolle: Auf welche Punkte legst du besonderen Wert? Welche Leistungen sind für dich überflüssig? Geht es dir „nur“ um den Beitrag? Möchtest du ein kurz- oder langfristiges Konzept? Bist du bereit, einen (kleinen) Eigenanteil in Kauf zu nehmen?

Das sind die spannenden Fragen, die wir gerne mit dir zusammen besprechen und ergründen wollen. Melde dich gerne unverbindlich bei uns und wir schauen uns deine Tarife gemeinsam an, um das Bestmögliche aus deiner PKV herauszuholen. 

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